Jannes Lorenzen

veröffentlicht; 14. März 2021

ServiceNow ist ein unscheinbarer Name, der hinter einem der vielversprechendsten und stärksten Geschäftsmodelle der Börse aktuell steckt.

Es ist eine B2B-Plattform, mit der Prozesse automatisiert und digitalisiert werden können. Aktuell enwickelt ServiceNow sogar Lösungen, um die komplexe Versorgung mit Impfstoffen im Rahmen der Corona-Pandemie sicherzustellen.

CEO Bill McDermott, vorher CEO bei SAP, hat im letzten Quartalsbericht angekündigt, ServiceNow zum bedeutendsten Software-Unternehmen des 21. Jahrhunderts machen zu wollen:

„We are changing the world one workflow at a time and are well on our way to becoming the defining enterprise software company of the 21st century.”

Ich sehe drei Gründe, warum die Aktie aktuell spannend ist:

  1. Beteiligung am laut Fortune-Rangliste innovativsten Unternehmen der Welt
  2. Aktie mit hoher Profitabilität (Bruttomarge > 80%) und starkem Wachstum (> 30%) im Zukunftsmarkt
  3. Wiederkehrende Umsätze, die für hohe Planbarkeit sorgen

Mehr als genug Gründe also, dass wir uns die Aktie genauer anschauen und herausfinden, ob sich eine Investition aktuell lohnen könnte.

Dabei erfährst du, wie das Geschäftsmodell funktioniert, wie die Zahlen dahinter aussehen, was Experten darüber denken und ob die Aktie heute attraktiv bewertet ist oder nicht. Viel Spaß!

Überblick: Das steckt hinter ServiceNow

Das Unternehmen

ServiceNow ist ein Tech-Unternehmen, das anderen Unternehmen verspricht, manuelle Arbeitsweisen zu automatisieren und zu digitalisieren. Es ist ein Software-as-a-Service Unternehmen, das auf einem wiederkehrenden Umsatzmodell basiert.

Es wurde 2004 gegründet und erzielt heute 4,5 Mrd. USD Umsatz pro Jahr. Der CEO Bill McDermott ist seit 2019 an Bord und kein Unbekannter: Er war vorher seit 2010 der CEO bei SAP.

Produkt & Geschäftsmodell

ServiceNow stellt eine Plattform bereit, auf der unterschiedliche Services angeboten werden. Diese dienen der Prozessoptimierung und -automatisierung. Der Fokus liegt auf dem IT-Bereich.

Darin hat ServiceNow eine große Palette an möglichen Lösungen. Ein paar Beispiele:

  • Kundenanfragen richtig zuweisen, teamübergreifend bearbeiten und nachverfolgen

  • Aufgabenpriorisierung und Nachverfolgung
  • Leistungswerte über den Zeitverlauf im Überblick behalten

  • Transparenz über Team- und IT-Strukturen (Tools, Datenbanken, Systeme,…)
  • KI-unterstützte Empfehlungen um mögliche Serverprobleme zu entdecken
  • Kapazitätsplanung, Prozessautomatisierung, Mitarbeitereinarbeitung uvm.

Kunden von ServiceNow sind also andere Unternehmen, die aus einer breiten Palette an Lösungen auswählen und diese jederzeit erweitern können.

Aktienkurs

Der Aktienkurs hat sich über die letzten Jahre stark entwickelt:

Chance

  • Beteiligung am laut Fortune-Rangliste innovativsten Unternehmen der Welt
  • Aktie mit hoher Profitabilität (Bruttomarge > 80%) und starkem Wachstum (> 30%) im Zukunftsmarkt
  • Wiederkehrende Umsätze, die für hohe Planbarkeit sorgen

Schauen wir uns nun an, was hinter diesen Zahlen steckt.

Business Breakdown: Geschäftsmodell analysiert

Schauen wir uns einmal an, wie das Geschäftsmodell aussieht.

Unternehmensentwicklung

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung vom Umsatz, dem Bruttogewinn, dem Free Cashflow und dem Gewinn (alle Kennzahlen sind im Glossar erklärt).

Zuletzt ist ServiceNow mit 33% auf Jahresbasis im Umsatz gewachsen.

Der Anteil an Ausgaben für Forschung & Entwicklung liegt bei vergleichsweise hohen 23%, was für hohe Innovationskraft spricht.

Wie lief das Q1 2021?

Weiterhin gut. Der Umsatz stieg um 30%, die operative Marge auf 27% und die Free Cashflow Marge auf enorme 46%.

Wie verdient das Unternehmen Geld?

ServiceNow selbst unterteilt die Plattform nach drei Nutzergruppen:

  1. IT Workflows (62%)
  2. Kunden & Mitarbeiter Workflows (23%)
  3. Now Plattform App Engine & andere (15%)

Die Umsätze teilen sich wie folgt auf die unterschiedlichen Regionen auf:

  • 66% aus Nordamerika
  • 25% aus EMEA (Europa)
  • 9% aus APAC (Asien-Pazifik) und andere

95% der Umsätze sind wiederkehrende Abo-Erlöse. Die durchschnittliche Laufzeit der Verträge liegt zwischen 25 und 38 Monaten.

Das ist eine der großen Stärken von SaaS- und Subscription-Modellen: Sie haben planbare Umsätze bereits akquiriert.

Als „RPO“ werden solche Umsätze bezeichnet, die noch aus bestehenden Verträgen ausstehen. Zum letzten Stand waren es starke 8,9 Mrd. US-Dollar, von denen ServiceNow ca. 50% in den nächsten 12 Monaten und ca. 50% in den danach folgenden 12 Monaten einnehmen wird – nur auf Basis bestehender Verträge.

Dazu kommen starke Gewinnmargen: Die Bruttomarge liegt bei über 80%, die FCF-Marge zuletzt über 45%, die operative Marge bei 27%.

Deep Dive: Mechanismen des Geschäftsmodells

Die zwei wichtigsten Abteilungen nach Mitarbeiterzahl bei ServiceNow: Marketing & Sales (Produkt verkaufen) sowie Research & Development (v.a. IT-Entwicklung).

Gerade der Fokus auf Forschung & Entwicklung ist gut und sorgt dafür, dass ServiceNow fortschrittlich und innovativ bleibt.

Ebenfalls stark ist die Kohortenentwicklung, also die Entwicklung der Kundengruppen nach dem Zeitpunkt, zu dem sie Kunden geworden sind. Diese Entwicklung zeigt: ServiceNow schafft es Kunden zu halten und mehr mit diesen zu verdienen.

Ein zentraler Grund dafür: Der Lock-In Effekt.

ServiceNow bedient ein Segment voller komplexer Systeme und Zusammenhänge. Je stärker ein Unternehmen mit ServiceNow zusammenarbeitet und dort Daten ablegt, Systeme integriert und Prozesse automatisiert, desto schwerer wird es, das alles irgendwann umzuziehen.

Dieser Lock-In Effekt führt in Zusammenhang mit den wiederkehrenden Umsätzen dazu, dass Kunden lange Kunden bleiben und es sich doppelt und dreifach überlegen, bevor sie ihren Zugang aufgeben.

Geschäftsmodell-Bewertung

Wiederkehrende Umsätze mit Lock-In

Wie oben beschrieben: Fast ausschließlich wiederkehrende Umsätze mit starkem Lock-In Effekt.

Netzwerkeffekte

Die Netzwerkeffekte sind erst einmal gering. Je mehr Nutzer, desto mehr Anleitungen, Tool-Unterstützung oder auch Berater dafür gibt es. In Summe sind die Netzwerkeffekte aber überschaubar.

Skaleneffekte (Economies of Scale)

Da es sich hier um Software handelt, stellen sich auch starke Skaleneffekte ein: Je mehr Nutzer, desto geringer fallen die Kosten der Entwickler anteilig aus. Der einmal geschriebene Code (= Software) kann beliebig und mit kaum zusätzlichen Kosten an mehr Kunden verkauft werden.

Proprietäre Technologie

SerivceNow besitzt eigene Technologie und entwickelt diese fleißig weiter.

Marke (Branding)

Die Marke ist vermutlich im B2B-Markt nicht das entscheidendste Argument bzw. auch schwerer zu messen. Aber: ServiceNow gilt bspw. bei Fortune als innovativstes Unternehmen der Welt. Das sorgt für Aufsehen und positive Bekanntheit.

Geschäftsmodell: 21 / 25 Punkten

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Tags: ServiceNow

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