von Jannes Lorenzen

Gründer, Strategie-Lead & Investor

veröffentlicht; 10. Januar 2021

liefert mit seinen Chips & Halbleitern das Fundament der aktuellen Digitalisierung und den neuesten Technologien wie künstliche Intelligenzen, 5G, autonomes Fahren und vielen mehr.

Das Geschäftsjahr 2020 wird Intel voraussichtlich mit einem Rekordumsatz und einem Nettogewinn von über 20 Mrd. US-Dollar beenden. Trotzdem schwächelt der Aktienkurs seit einem Jahr und hat über 30% verloren, während Konkurrenten wie und stark zugelegt haben.

Heute ist Intel im Vergleich zum Markt bei einem KGV von 10 und einem KCV von 6 enorm niedrig bewertet. Eine potentielle Value-Aktie in einem langfristig wachsenden Markt.

Woher kommt aber diese Entwicklung und diese günstige Bewertung? Wie schlägt sich Intel im Vergleich zur Konkurrenz?

Schauen wir uns die Aktie genauer an und finden heraus, ob sich eine Investition aktuell lohnen könnte. Unter anderem erfährst du in dieser Analyse:

  • Überblick: Was hinter Intel steckt und wie die Aktie analysiert werden sollte
  • Wie steht Intel wirtschaftlich aktuell da, wie wird Geld verdient und was sind die wichtigsten Mechanismen des Geschäftsmodells?
  • Blick in die Zukunft: Wie stark ist der Burggraben zur Konkurrenz (AMD, Nvidia & Co.), welche Trends zeichnen sich im Markt ab und wie sieht die eigene Strategie aus?
  • Stärken, Schwächen, Chancen & Risiken eingeschätzt und gegenübergestellt
  • Abschließende Bewertung inkl. Scorecard und konkreter Renditeerwartung: Ist die Intel Aktie aktuell kaufenswert?

1. Überblick: Das steckt hinter dem Unternehmen

Überblick

Das Unternehmen

Intel wurde schon 1968 in den USA gegründet. Der CEO Robert Swan ist seit Anfang Januar 2019 an Bord. Seit Januar 2021 ist Pat Gelsinger der CEO.

Update (13.01.)

Der CEO Robert Swan ist kurz nach dieser Analyse (ob da ein Zusammenhang besteht? ?) zurückgetreten und die Aktie hat die Gewinnerwartung für das letzte Quartal leicht angehoben, was für eine positive Entwicklung der Aktie gesorgt hat. Bedenke das bei der Analyse, da gerade das bisher schlechte Management auch ein Kritikpunkt von mir in dieser Analyse ist.

Geschäftsmodell

Intel ist ein Halbleiterunternehmen. Mit den hergestellten Chips stellt Intel die Grundlage für die Computer und wegweisende Technologien der Zukunft: Autonomes Fahren, KI, Cloud und weitere Bereiche. Ohne die Rechenkraft, die u.a. die Chips von Intel liefern, hätten wir nicht den starken technologischen Fortschritt der letzten Jahre gesehen.

Intel selbst sagt dazu im Investor Relations Bereich:

Shaping the Future of Technology

Einige Unternehmen im Halbleitermarkt sind ‚fabless‘. Das heißt: Sie haben keine eigene Produktion. Sie kümmern sich um die Entwicklung und Vermarktung, lagern aber die Produktion an andere Unternehmen, oft an oder Samsung, aus. Intel gehört aktuell nicht zu den fabless-Unternehmen, sondern zu den IDMs (Integrated Device Manifacturer) – mehr dazu aber gleich.

Aktienkurs

Der Aktienkurs hat sich über die letzten Jahre schwankend entwickelt (aber auch jährlich eine Dividende von zuletzt 2% ausgeschüttet):

Chance

Intel ist eine Value-Aktie: Im Vergleich eine ziemlich günstige Bewertung, da der Markt das Unternehmen skeptisch sieht, es aber noch (hoch)profitabel ist. Die Chance sehe ich vor allem darin, dass die Zukunftsaussichten sich verbessern und die Intel Aktie dadurch stark profitiert.

Phase & entscheidende Fragen

Gemäß des typischen Lebenszyklus eines Unternehmens sehe ich Intel in Phase 3 oder 4. Hier geht es also vor allem darum, ob Intel die Profitabilität halten und eine bessere Zukunftsfähigkeit zurückerlangen kann.

Schauen wir uns nun an, was hinter diesen Zahlen steckt.

2. Business Breakdown: Geschäftsmodell analysiert

Business Breakdown

Schauen wir uns einmal an, wie das Geschäftsmodell aussieht.

Unternehmensentwicklung

Die historische Umsatzentwicklung der letzten 15 Jahre sieht sehr gut aus:

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung vom Umsatz, dem Bruttogewinn, operativen Gewinn und dem Free Cashflow (alle Kennzahlen sind im Glossar erklärt) der letzten 5 Jahre. Beachte dabei, dass der letzte Punkt (TTM) die letzten 12 Monate darstellt und sich daher naturgemäß dichter am letzten Jahr befindet.

Aber woher kommt jetzt die pessimistische Bewertung? Das deuten diese Grafiken aus Intels Investor Relations Bereich an:

Links sehen wir die Entwicklung, die zentral ursächlich für die aktuell günstige Bewertung ist: Der Umsatz ist im letzten Quartal auf Jahresbasis gesunken, vor allem im „Data-centric“ Segment.

Abseits der Grafik geht aus dem jüngsten Quartalsbericht Q3 2020 auch hervor:

  • auch die Quartalsgewinne sind YoY um 22% gesunken
  • die Data Center Group (mehr dazu gleich) ist nicht nur im Umsatz gefallen (Grund laut Intel: COVID-Effekte bei großen Unternehmen & staatlichen Institutionen), sondern auch die operative Marge von 49% auf 32% gefallen (u.a. aufgrund höherer Kosten in Vorbereitung auf zukünftige Produktionen)

Rechts sehen wir die Verteilung der Umsätze auf die Segmente. Innerhalb des Data-centric Geschäfts ist „DCG“ („Data Center Group“) der größte Anteil.

Wie verdient das Unternehmen Geld?

Wir sehen schon: Das Geschäft ist etwa hälftig aufgeteilt in das PC-zentrierte und das Daten-zentrierte Geschäft. Im datenzentrierten Geschäft wiederum dominiert mit Abstand das Geschäft mit Datenzentren (DCG).

PC-centric (54%): Das Segment rund um Desktop-PCs und Laptops.

Data-centric (46%): Das Segment rund um das Speichern, Verwalten und Verarbeiten von Daten.

  • DCG: Datenzentren (32%)
  • NSG: Datenspeicher (6%)
  • IOTG: Internet of Things (4%)
  • PSG: Programmierbare Chips und künstliche Intelligenz (2%)

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Tags: Intel | Aktien: Intel

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar, sondern spiegeln nur meine persönliche Meinung wider. Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Vor jeder Investition solltest du selbst Chancen und Risiken prüfen.

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Ich bin Jannes, Gründer von StrategyInvest. Seit 2011 investiere ich an der Börse, seit 2013 teile ich Erfahrungen und Wissen mit Anlegern. Daneben habe ich mein VWL-Studium mit Finanzschwerpunkt erfolgreich absolviert und bin seit mehreren Jahren in der Digital- und Techbranche unterwegs, aktuell als Product & Strategy Lead. Ich kenne daher das Investieren, Unternehmen und Unternehmertum aus wissenschaftlicher Sicht und aus der Praxis. Hier teile ich Analysen, Wissen & Anlageentscheidungen mit dir.

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Auszug aus dem Manifest:

Regel #17: Wir bilden uns weiter.

Die Intuition aus dem "echten" Leben - mehr Zeit zu investieren, viel zu handeln, nur Wachstum zu suchen etc. - führt an der Börse nachweislich zu schlechten Ergebnissen. Die Historie, Finanzwissenschaft und kluge Köpfe halten viel Wissen bereit, das wir suchen und nutzen. Auch neue Technologien und Gedanken nehmen wir auf, statt in alten Denkmustern gefangen zu bleiben. Wir bilden uns nicht ein, dass wir alles wissen, sondern bilden uns weiter.

zum kompletten StrategyInvest Manifest »

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