von Jannes Lorenzen

Gründer, Strategie-Lead & Investor

veröffentlicht; 27. September 2020

"Put your money where your mouth is."

Regelmäßig aktualisiere ich hier mein Depot. Ich möchte dir damit zeigen, wie ich in der Praxis Entscheidungen treffe und mein Depot führe. Nicht, weil ich glaube, dass mein Depot prinzipiell für jeden das Beste ist, aber weil ich dir damit Inspiration und Orientierung bieten möchte.

Zuletzt haben sich wieder einige Dinge getan, die ich dir hier ausführlicher darlegen möchte. Den Status Quo kannst du immer auf der separaten Depot-Seite dafür nachsehen.

Heute geht's unter anderem um neue Aktienkäufe, einige starke und schwache Entwicklungen im Depot, meine Reaktion auf die jüngste Tech-Korrektur (sowohl im Depot als auch emotional) und Überlegungen zu Kauf- und Verkaufskandidaten. Viel Spaß!

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Wie sieht mein Depot aktuell aus?

Der ETF-Teil des Depots besteht weiterhin und die Sparpläne laufen kontinuierlich weiter. Der Aktien-Anteil wird aktuell auch erweitert. So sieht der Aktien-Teil meines Depots aktuell aus:

Die stärksten Aktien der letzten Monate:

So (hellblaue Linie) sieht außerdem die Wertentwicklung des Jahres aus (ohne den ETF-Anteil), in der auch die Corona-Krise und die letzte Korrektur stecken, die gerade Tech-Aktien getroffen hat:

Das Depot liegt über 20 % im Plus seit Jahresbeginn, während die Vergleichsbenchmarks leicht im Minus liegen. Das liegt zum einen an der bisher gut gelungenen Aktienauswahl, zum anderen auch an der Entscheidung nach dem Corona-Crash stark zu investieren.

Wie beschrieben gibt's hier den ausführlicheren Status Quo, den Kontext und die Hintergründe.

Auffällige Entwicklungen, Käufe & Verkäufe

Was ist meinem Depot zuletzt passiert?

Kauf & Kurssprung von Salesforce

Nach dem Kauf von Salesforce basierend auf der Salesforce Aktienanalyse wurden starke Quartalszahlen veröffentlicht. Daraufhin ist die Aktie um ca. 35 Prozent gestiegen. Dieses Investment hat sich also bisher stark gelohnt.

Kauf & Kurssprung von Uber

Nach der Uber Aktienanalyse habe ich die Aktie tatsächlich gekauft, was ich vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Seit der kurzen Zeit ist die Aktie bei mir schon ca. 25 % im Plus. Eine positive Entwicklung, hier wird aber der langfristige Ausblick noch deutlich entscheidender sein.

Kauf von Adobe

Nach der Adobe Aktienanalyse habe ich ebenfalls in investiert. Die hohe Qualität hat mich überzeugt. Spannend wird vor allem sein, ob das die aktuell schon hohe Bewertung rechtfertigen kann. Ich bin aber optimistisch und sehe darin vor allem ein krisenfestes Investment.

Schwächen bei Intel

kommt nicht wirklich vom Fleck. Die Aktie ist nach schwachen Ergebnissen zuletzt um ca. 20 - 25 % gefallen und stagniert seitdem. In der AMD Aktienanalyse habe ich einige Unternehmen im Markt verglichen. Intel ist dort mit Abstand am günstigsten bewertet bei fundamental gesehen nach wie vor starken Zahlen. Ich bleibe daher auch investiert und sehe die Intel Aktie als Value-Aktie mit (hoffentlich vorübergehenden) Problemen, aber starkem Fundament.

Wie gehe ich mit den letzten Rücksetzern der Tech-Aktien um?

In den letzten Wochen hatten gerade Tech- und Digitalwerte eine holprige Reise hinter sich. Viele Kurse sind gefallen.

Viele Gründe wurden diskutiert: Investitionen von Softbank, IPOs, mögliche Tech-Blase und mehr.

Entscheidend ist, wie wir als Anleger damit umgehen und ob sich daraus Änderungen für das Depot ergeben.

Was ich festgestellt habe: In keiner Sekunde zweifle ich an solchen Phasen an meinen Investitionen. Mir macht es nichts aus, wenn ohne fundamentalen Grund Kurse fallen. Ich habe die Unternehmen analysiert und deren Aktien bewertet, sodass ich guten Gewissens solche Schwankungen aushalten und tolerieren kann.

Die Frage, ob Tech-Aktien in einer "zweiten Dotcom-Blase" sind, habe ich hier analysiert und komme zum Schluss: Nein, Tech-Aktien sind nicht in einer Dotcom-Blase. Einige Aktien sind allerdings sehr ambitioniert bewertet, diese sind aber kaum in meinem Depot zu finden.

Welche Aktien sind potentielle Kauf- und Verkaufskandidaten?

Aktuell plane ich keine konkreten Verkäufe. Im Wesentlichen sind alle Kaufgründe bei meinen Aktien immer noch bestehend, was in Kombination mit meiner Buy-and-hold-Strategie keine Verkäufe erfordert.

Potentielle Verkaufskandidaten

Am stärksten hinterfrage ich vier Aktien meines Depots:

Alphabet

Ich habe mich gefragt, ob - v.a. hinsichtlich des großen Anteils an Suchmaschinen-Umsatz, dem die Wachstumshebel immer mehr ausgehen - noch immer interessant ist. Nach der Analyse der Aktie sind meine Bedenken nach wie vor vorhanden, aber in Summe halte ich Alphabet für ein solides, recht krisenresistentes und cashflow-starkes Investment. 

Daimler

Die Daimler-Aktie ist seit dem Corona-Tiefpunkt ca. um 90 % gestiegen und eines meiner ältesten Einzelaktien-Investments. Aktuell finde ich - oberflächlich betrachtet - die Schritte zur Elektromobilität im Vergleich zu den Mitbewerbern recht schwach. Bisher bin ich weiterhin investiert, ziehe hier aber eine Umschichtung in Erwägung.

Spotify

Die Spotify Aktie habe ich nur deshalb hinterfragt, da sie nach meinem Kauf um über 100 % gestiegen ist und sich daraus natürlich ein anderer Preis ergibt. Die Qualität sehe ich nach wie vor. Nach wie vor sehe ich aber hier Kurspotential und glaube, dass sich einige positive Aspekte in Zukunft noch entfalten werden, auch wenn mit dem Fokus aufs Service-Geschäft (auch durch das neu geschaffene Abo-Bundle) den Druck erhöht.

Sixt

Sixt ist nach der Krise wieder gestiegen und bei mir mit 30 % im Plus. Ich finde die Strategie als zentraler Mobilitätsdienstleister weiterhin spannend, hinterfrage aber noch kritischer, ob gerade dieser Wandel gelingt, gerade auch vor dem Hintergrund des Wandels in der Mobilitätsbranche. Bis zur nächsten Analyse werde ich die Aktie aber voraussichtlich halten.

Potentielle Kaufkandidaten

Im engeren Kreis als potentielle Kaufkandidaten sind folgende Aktien:

Nachkauf bei Volkswagen

Im Automobilmarkt gefällt mir die VW Aktie recht gut. Ich habe in der Coronakrise investiert und liege ca. 35 % im Plus. Gerade die neuesten Entwicklungen (ID3 Einführung, erster ID4 Verkauf noch 2020, elektrischer SUV bei Skoda, positive Resonanz bei Porsche auf elektrische Modelle wie Taycan) zeigen für mich, dass VW die Entwicklung ernst nimmt und schon einige Angebote hat, die am Markt auf Resonanz stoßen. Angesichts der im Vergleich zu günstigen Bewertung könnte ich mir daher vorstellen, meine Position hier zu vergrößern.

HelloFresh

Die Gründe sind in der jüngst erschienen HelloFresh Aktienanalyse aufgeführt.

Etsy

Das Geschäftsmodell habe ich hier bereits beschrieben und auch die Gründe, warum ich es so spannend finde: Plattform-Geschäftsmodell, hohes Wachstum, profitabel, wenig Konkurrenz. Die letzten Zahlen waren enorm stark und die Aktie steht aktuell 15 % unter dem Allzeithoch, nachdem sie zwischenzeitlich in Aussicht auf die Aufnahme in den S&P500 hochgeschnellt ist.

Nachkäufe bei Adobe und Netflix

Die Kaufgründe bestehen für mich weiterhin. Beide Unternehmen sind immer noch genau so stark wie bei der Analyse, aber leicht günstiger.


Soviel zum Depotupdate. In Zukunft stehen spannende Aktienanalysen an, u.a. im Payment-Bereich, , Intel, Updates der FAANG-Aktien, SAP und mehr, die mit Sicherheit weiteren Input für mein eigenes und auch für dein Depot liefern.

Lass mich wissen, wenn du Anregungen dazu hast oder konkreten Input zu deinem eigenen Depot haben möchtest!

Beste Grüße
Jannes

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Die Inhalte stellen keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar, sondern spiegeln nur meine persönliche Meinung wider. Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Vor jeder Investition solltest du selbst Chancen und Risiken prüfen.

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Ich bin Jannes, Jahrgang 1993 und Gründer von StrategyInvest. Seit 2011 investiere ich an der Börse. Damals habe ich mein VWL-Studium mit Finanzschwerpunkt erfolgreich absolviert und bin nun seit mehreren Jahren in der Digital- und Techbranche aktiv, aktuell als Product & Strategy Lead. Ich kenne daher Investieren, Technologie und Unternehmertum aus wissenschaftlicher Sicht, aber auch aus der Praxis. Die Erkenntnisse daraus teile ich hier.

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Auszug aus dem Manifest:

Regel #8: Wir diversifizieren.

Wir wissen, dass wir nicht alles wissen können. Diversifikation ist daher der beste Schutz vor zu großen Risiken. Indem wir diversifizieren schützen wir uns vor den Börsenlaunen und Extremen. Dafür setzen wir nicht nur auf einzelne Branchen, Trends oder Märkte. Wir schaffen eine breite Grundlage, nutzen dafür einzelne Aktien oder ETFs.

zum kompletten StrategyInvest Manifest »

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