von Jannes Lorenzen 

26. August 2020

Der Markt der Essenslieferdienste digitalisiert und professionalisiert sich: Spätestens seit Lieferando und Lieferheld sind diese auch in Deutschland präsent. Diese Anbieter verbinden hungrige Kunden mit Restaurants und schaffen Transparenz im Markt.

Uber investiert Milliarden in diesem Bereich. Auch Delivery Hero, das nun in den DAX und damit in die Reihe der 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland aufsteigen wird, zeigt die Relevanz des Geschäftsmodells.

Im heutigen Business Breakdown zeige ich dir deshalb:

  • Wie funktioniert der Markt für Essenslieferdienste? Welche Entwicklung macht er gerade durch und wohin entwickelt er sich?
  • Wie wird dort Geld verdient und wie hoch sind die Gewinnmargen?
  • Welche Unternehmen sind im Markt unterwegs und wie stehen sie im Vergleich zueinander da?

Die Disruption der Essenslieferdienste

Wie wurde vor Zeiten des Internets Essen bestellt?

Der Kunde kannte ein Restaurant, von dem er vermutlich einen Flyer zuhause hatte. Es wurde dort angerufen, ein paar Nummern und Extrawünsche durchgegeben. Bewertungen gab es nicht. Manchmal waren die Flyer auch veraltet. Nicht selten wurde ein Extrawunsch vergessen oder einfach am Telefon nicht verstanden. Adressen mussten Buchstabe für Buchstabe diktiert werden, damit es nicht zu Verzögerungen kam. Neue Restaurants konnten nur durch Zufall entdeckt werden. Bezahlt werden musste mit Kleingeld, das hoffentlich ausreichend und passend vorhanden war.

Na gut, das ist vielleicht etwas überdramatisiert. Es zeigt aber, dass das Erlebnis heute deutlich einfacher ist: Restaurants können besser entdeckt werden, haben Anreize durch das Bewertungssystem und sind besser vergleichbar. Bestellungen können Schwarz auf Weiß und ohne Interpretationsspielraum (zumindest in 99 % der Fälle 😉 ) übermittelt werden. Gezahlt werden kann bequem per App.

Diese Entwicklung wurde etwa seit der Jahrtausendwende voran getrieben. JustEat Takeaway, das Unternehmen hinter Lieferando, visualisiert die Kunden- und die Restaurant-Sicht so:

Wie entwickelt sich der Markt heute?

Der weltweite Food-Markt wird auf 7,5 Billionen Euro geschätzt. Etwa 10 – 15 % davon sind davon schätzungsweise Umsätze, die potentiell in den Bereich der Essenslieferungen fallen (vgl. 1). Uber schätzt den relevanten Markt für Essenslieferdienste auf 2,8 Bio. US-Dollar. Andere Studien sehen den Markt etwas kleiner:

„Der Weltmarkt für digitale Essenslieferungen hat nach einer eher vorsichtigen Studie des Datenportals Statista derzeit ein Volumen von 109 Milliarden Euro und soll in den kommenden Jahren jährlich um 7,5 Prozent wachsen. Schätzungen von Unternehmensberatungen und Investmentbanken gehen teils deutlich darüber hinaus.“ – Wirtschaftswoche

Aktuell werden etwa 10 % der Essensbestellungen online getätigt. Diese Quote wird weiter zunehmen. Insgesamt wird das Wachstum des Markts für Online-Essensbestellungen je nach Studie um ca. 7,5 – 10 % pro Jahr wachsen und hat durch die Corona-Krise einen Schub erhalten.

Delivery Hero stellt in der Investorenpräsentation sinnbildlich für die gesamte Branche die Schritte da, die aufeinander folgen:

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