von Jannes Lorenzen

GrĂĽnder, Strategie-Lead & Investor

veröffentlicht: 10. November 2021

In der Börsenwelt hat sich einiges getan. Heute:

Viel SpaĂź!

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Storys der Woche

Das ist am Aktienmarkt passiert

Die neuesten Finanzmarkt-Updates:

🤯 Twitter-User entscheiden: Soll Musk 10% seiner Tesla-Aktien verkaufen?

Elon Musk sorgt mal wieder für Schlagzeilen. Er hat auf Twitter gefragt (und versprochen, sich daran zu halten), ob er 10% seiner Tesla-Aktien verkaufen soll. Diese haben einen Wert von fast 30 Mrd. US-Dollar und machen etwa 2% von Teslas Börsenwert aus.

Hintergrund: Vermehrt wird kritisiert, dass bspw. Elon Musk und Jeff Bezos viel Vermögen aufgebaut haben, ohne dieses zu versteuern - was u.a. daran liegt, dass dieses Vermögen in bisher nicht verkauften Aktien liegt.

Der Schritt ĂĽber knapp 30 Mrd. USD auf Twitter zu entscheiden passt zu Elon Musk. Ein paar Beobachtungen dazu:

  1. Elon Musk fragt jetzt, nachdem Tesla 1,2 Bio. USD wert ist (und damit wertvoller als alle anderen Automobilhersteller zusammen) und auf ein vorher kaum mögliches Niveau gestiegen ist. Es könnte auch ein Weg sein, um gerade bei einer enorm hohen Bewertung sanft Geld rausziehen zu können.
  2. Elon Musks Bruder Kimbal hat zufälligerweise genau einen Tag vor diesem Tweet sein größtes Aktienpaket bisher verkauft, das einen Wert von über 100 Mio. US-Dollar hat.
  3. Die Aktie ist danach etwa 4 bis 6% niedriger eröffnet.

🥽 Facebook wird Meta

Facebook hat sich umbenannt. Der neue Name: Meta Platforms bzw. kurz "Meta".

Was steckt dahinter?

Zum einen investiert Facebook stark in VR und AR-Technologien. Schon in der Aktienanalyse hat sich gezeigt, dass aus dem Segment bisher kaum Umsatz kommt, aber ĂĽber 10.000 Entwickler daran arbeiten. Das Metaverse ist eine virtuelle Welt, die Facebook nun schaffen will - und dafĂĽr kurzfristige Investitionen von 10 Mrd. US-Dollar angekĂĽndigt hat.

Zum anderen ist der Name Facebook mit vielen Problemen behaftet, die ich auch in den letzten Briefings thematisiert habe. Die Gefahr ist hier, dass alle Dienste, die zum bisherigen Konzern gehören von dem schlechten Image der sozialen Plattform heruntergezogen werden.

Der Schritt klingt sinnvoll. Und ganz eigennĂĽtzig: In zukĂĽnftigen Analysen muss ich nicht mehr kennzeichnen, ob ich ĂĽber das soziale Netzwerk oder das Unternehmen Facebook schreibe - GlĂĽck gehabt.

🪙 Squid Game Kryptowährung steigt... aaand it's gone

Squid Game ist eine der erfolgreichsten Serien der letzten Jahre auf Netflix. Auch die Netflix-Aktie hat es beflĂĽgelt.

Nun gab es ebenfalls eine Kryptowährung dazu, den Squid Game Coin. Dieser ist enorm stark im Wert gestiegen (bis auf über 2 Mrd. US-Dollar), ehe er dann noch rapider gefallen ist.

Charlie Bilello hat die wichtigsten Meilensteine an einem einzigen Tag protokolliert:

Tja, wen wundert's: Der Coin hat sich als Betrug entpuppt.

đź“Š Earnings: Peloton-Crash, Spotify, Fastly, Etsy, Twilio, Teladoc, Starbucks, Amazon & Apple

Unterm Strich waren die Earnings fĂĽr die Aktien im Depot ziemlich positiv.

  • Spotify: Die Aktie hat 8% gewonnen. Die Zahl monatlich aktiver Nutzer ist um 19% gestiegen. Der Umsatz pro Nutzer ist um 4% gestiegen. In Summe ist der Umsatz um 26% gestiegen.
  • Etsy: Der Marktplatz fĂĽr Selbstgemachtes wächst auch ohne Maskengeschäft. Umsatz +18%, Umsatz ohne Maskengeschäft +24%, 33% EBITDA-Marge. Die Aktie stieg +13%. FĂĽr Q4 wird +10% YoY beim Umsatz prognostiziert.
  • Fastly hatte es zuletzt nicht leicht. Die Zahlen wurden nun positiv aufgenommen: +23% YoY Umsatz, etwas weniger Verlust als vermutet. Die Kunden, die damals nach einem technischen Ausfall stillgelegt waren, sind nun wieder an Bord. Das alles fĂĽhrte zu 8% Kursanstieg.
  • Teladoc Health hatte es ebenfalls nicht leicht, hat aber positive Zahlen präsentieren können. Der Umsatz liegt 81% ĂĽber dem Vorjahr, die abgewickelten Besuche +37%. FĂĽr das Geschäftsjahr wird die obere Spanne der bisherigen Prognose von leicht ĂĽber 2 Mrd. US-Dollar angepeilt. Unterm Strich steht noch ein Verlust.
  • The Trade Desk ist um ĂĽber 35% gestiegen. Der Umsatz konnte um 39% gesteigert werden, vor einem Jahr lag das Wachstum noch bei 100%. Das operative Ergebnis hat sich fast verdoppelt. Die EBITDA-Marge liegt jetzt bei starken 41%.
  • Amazon: Erst hat die Aktie leicht verloren, sich in den Tagen danach aber erholt. Umsatz +15%, fĂĽr das Q4 wird ein Wachstum von 4 bis 12% prognostiziert. Dazu kommen höhere Kosten in Q4 durch weniger Arbeitskräfte, höhere Lohnkosten und Logistikherausforderungen. AWS ist um starke 39% gestiegen.
  • Starbucks: Gewinnerwartungen leicht ĂĽbertroffen, Umsatzerwartung leicht verfehlt. Insgesamt keine groĂźe Bewegung. Unterm Strich ist Starbucks in bestehenden Läden um 17% gewachsen.
  • Apple: Die Aktie blieb eher unverändert. Umsatz +29% YoY, was leicht unter den Erwartungen lag. Am stärksten ist das iPhone Segment gewachsen, danach das Services-Segment. Durch Logistikprobleme im Chip-Bereich entstehen Apple schätzungsweise 6 Mrd. USD Zusatzkosten. 
  • Peloton hat nach den Earnings enorme 44% verloren. Was ist passiert? Die Jahresprognose von 5,4 Mrd. USD wurde auf 4,4 bis 4,8 Mrd. korrigiert. Das Geschäft mit dem Hardware-Verkauf ist um 17% geschrumpft, die Abo-Erlöse sind um 94% gestiegen, unterm Strich damit +6% Umsatzwachstum YoY. Die Zahl der monatlichen Trainings pro Nutzer ist von 20,8 auf 16,6 gefallen. Meine Meinung: Ja, die Zahlen enttäuschen und die Bewertung war vorher auch in meinen Augen recht hoch, der Kursabschlag jetzt ist aber schon erstaunlich. Das KUV liegt jetzt bei 4.
  • Twilio: Die Zahlen waren gut (+65% Umsatz, +38% organisches Umsatzwachstum), der Ausblick fĂĽrs kommende Quartal (+40% YoY) aber sehr vorsichtig und der COO hat nach 14 Jahren seinen Abschied bekannt gegeben. Die Aktie hat dadurch knapp 18% verloren.
  • PayPal wurde zuletzt stark abgestraft. Die Aktie liegt jetzt 34% unter dem Allzeithoch vom Juli '21. Die Aktie ist zuletzt um 12% gefallen, nachdem der Umsatz mit +13% YoY enttäuschend ausgefallen war und der Ausblick ebenfalls nach unten korrigiert wurde.
  • Palantir hat die Erwartungen der Analysten ĂĽbertroffen, trotzdem knapp 10% abgeben mĂĽssen.

Inspiration

đź“Ś Zahl des Tages

2,51 Bio. Dollar

... ist Microsoft jetzt wert und damit das wertvollste Unternehmen der Welt. Chapeau!


Learning der Woche

đź”’ Warum Aktien sicherer sind als Cash

Nick Maggiulli von ofdollarsanddata.com hat eine spannende Grafik zusammengestellt, die zu der Börsenweisheit des letzten Briefings passt.

"Kurzfristig ist es riskant in Aktien zu investieren, langfristig ist es riskant nicht in Aktien zu investieren." - André Kostolany

Er hat dabei Cash (bzw. streng genommen 1-monatige Staatsanleihen, also eine sehr sichere und liquide Cash-Alternative) mit Aktien verglichen. Er hat dabei die Wertsteigerung und die Inflation berĂĽcksichtigt, um zu berechnen:

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine der Vermögensklassen nach einem bestimmten Zeitraum 5% oder mehr real an Wert verloren haben?

Kurzfristig, von 1 bis 12 Monaten, sind Aktien nach dieser Definition riskanter als Cash. Aber: Schon ab 5 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit mehr als 5% real verloren zu haben durch Cash größer als bei Aktien. Während das Risiko bei Aktien mit längerem Anlagehorizont sinkt, steigt es bei Cash.

Die Logik dahinter: Aktien steigen im Wert und über die Inflationsrate hinaus, schwanken aber kurzfristig. Cash bzw. Cash-artige Investments schwanken nicht oder kaum, erzielen aber kaum Rendite und verlieren Kaufkraft in Höhe der Inflation.

Was ungewöhnlich klingt, die Zahlen aber nahelegen:

Kurzfristig ist Cash sicherer, Aktien unsicher. Langfristig sind Aktien sicherer als Cash.


Inspiration

👴 Börsenweisheit des Tages

"Börse ist, Nerven dort zu behalten, wo sie andere verlieren." - Erhard Blanck

✌️ Das war es mit dem heutigen Briefing. Danke, dass du dabei bist!

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar, sondern spiegeln nur meine persönliche Meinung wider. Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Vor jeder Investition solltest du selbst Chancen und Risiken prüfen.

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Ich bin Jannes, Jahrgang 1993 und Gründer von StrategyInvest. Seit 2011 investiere ich an der Börse. Damals habe ich mein VWL-Studium mit Finanzschwerpunkt erfolgreich absolviert und bin nun seit mehreren Jahren in der Digital- und Techbranche aktiv, aktuell als Product & Strategy Lead. Ich kenne daher Investieren, Technologie und Unternehmertum aus wissenschaftlicher Sicht, aber auch aus der Praxis. Die Erkenntnisse daraus teile ich hier.

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Auszug aus dem Manifest:

Regel #19: Wir bleiben.

Aktienkäufe werden auch mal schief gehen und Aktienmärkte werden auch mal fallen. Ob es uns gefällt oder nicht: Wir rechnen damit. Wir können nachkaufen. Wir können auch nichts tun. Aber: Wir bleiben dabei. 

zum kompletten StrategyInvest Manifest »

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