von Jannes Lorenzen

Gründer, Strategie-Lead & Investor

veröffentlicht: 21. März 2021

ist ein sagenumwobener Vermögensverwalter. Stolze 8,7 Bio. US-Dollar (= 8.700 Mrd.) werden von BlackRock verwaltet. Eine Marke von BlackRock heißt iShares, die der größte Anbieter von ETFs weltweit sind.

BlackRock ist der Gigant der Finanzindustrie. Das ruft auch viele Kritiker (meistens Personen, die selbst nicht aus der Branche kommen) auf den Plan, die eine zu große Marktmacht befürchten. Aus Anlegersicht bietet BlackRock – das übrigens seit über 30 Jahren vom Gründer geführt wird – einige spannende Aspekte.

Ich sehe vor allem drei Gründe, warum die Aktie aktuell spannend ist:

  1. BlackRock profitiert von langfristig wachsenden Aktienmärkten sowie Zuflüssen in ETFs bzw. Indexfonds, was für einen natürlichen Rückenwind sorgt
  2. BlackRock ist mit einer Nettomarge von 30% enorm profitabel, was für Sicherheit im Geschäftsmodell sorgt
  3. Die Bewertung ist mit einem KGVe von 20 ist auf durchschnittlichem Marktniveau

Mehr als genug Gründe also, dass wir uns die Aktie genauer anschauen und herausfinden, ob sich eine Investition aktuell lohnen könnte.

Dabei erfährst du, wie das Geschäftsmodell funktioniert, woraus der Burggraben wirklich besteht, wer die Konkurrenten sind, wie BlackRock die eigene Zukunft gestalten will und ob die Aktie heute attraktiv bewertet ist oder nicht. Viel Spaß!

Überblick: Das steckt hinter dem Unternehmen

Das Unternehmen

BlackRock ist ein sagenumwobener Vermögensverwalter – und gleichzeitig der größte der Welt. Stolze 8,7 Bio. US-Dollar verwaltet BlackRock. Eine Marke von BlackRock heißt iShares, die der größte Anbieter von ETFs weltweit sind.

BlackRock wurde 1988 gegründet. Seitdem ist Gründer Laurence Douglas Fink als CEO an Bord, mittlerweile also über 30 Jahre.

Produkt & Geschäftsmodell

BlackRocks Geschäftsmodell besteht darin, Geld für andere Menschen zu verwalten. Dafür verlangt BlackRock eine Gebühr. Das macht 73% der Umsätze von BlackRock aus. Dieser Bereich ist zuletzt auf Jahresbasis um +12% gewachsen.

Dazu kommen weitere Services, die BlackRock sich bezahlen lässt:

  • 9% – performanceabhängige Gebühren (+75% YoY)
  • 7% – Technologie-Services (+11% YoY)
  • 7% – Vertriebsgebühren (+16% YoY)
  • 3% – Wertpapierleihegeschäfte (-22% YoY)
  • 1% – Beratung und anderes (-55% YoY)

Das zentrale Produkt von BlackRock ist also das Verwalten von Anlegergeldern, sowohl von privaten, als auch von institutionellen. BlackRock verdient dadurch Gebühren und lässt sich weitere Services bezahlen, welche aber nur nachgelagert relevant sind.

Aktienkurs

Der Aktienkurs hat sich über die letzten Jahre relativ gut, aber weitestgehend gleichauf mit dem Gesamtmarkt, entwickelt:

Chance

  • BlackRock profitiert von Zuflüssen an den Aktienmärkten und speziell in ETFs bzw. Indexfonds
  • BlackRock ist mit einer Nettomarge von 30% enorm profitabel, was für Sicherheit im Geschäftsmodell sorgt
  • Die Bewertung ist mit einem KGVe von 19 auf durchschnittlichem Marktniveau

Phase & entscheidende Fragen

BlackRock befindet sich in Phase 3, der Reifephase. Hier geht’s nicht mehr um starkes Wachstum, sondern darum, das eigene Geschäftsmodell vor Disruptoren zu schützen, profitabel zu machen und Geld an die Aktionäre zurückzuführen (bspw. durch Dividenden oder Aktienrückkäufe).

Schauen wir uns nun an, was hinter diesen Zahlen steckt.

Business Breakdown: Geschäftsmodell analysiert

Schauen wir uns einmal an, wie das Geschäftsmodell aussieht.

Unternehmensentwicklung

BlackRock ist zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um +11% gewachsen. Über die letzten 3 Jahre ergibt sich damit ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 6 – 7% pro Jahr.

Die großen Umsatzsprünge sind ohnehin nicht mehr zu erwarten. Schauen wir daher auf die Profitabilität, sehen wir Verbesserungen: Der Gewinn (und damit auch die operative Gewinnmarge) sind über die letzten beiden Jahre gestiegen.

Die operative Marge liegt heute bei 46,6% ggü. 43,5% in Q4 2018, der Gewinn pro Aktie bei 10,18 USD ggü. 6,08 USD. Glättet man die Werte aufs komplette Jahr, sind die Anstiege etwas niedriger, aber trotzdem stark.

Wie verdient das Unternehmen Geld?

BlackRock verwaltet aktuell ca. 8,7 Bio. USD. Schauen wir uns einmal genauer an, wo dieses Geld investiert wird und wie profitabel die jeweiligen Segmente für BlackRock sind. BlackRock selbst teilt die Umsätze vier Mal nach unterschiedlichen Dimensionen auf.

Kunden

59% der Kunden sind institutionelle Anleger, also bspw. Fonds oder Versicherungen. 10% sind Privatkunden und 31% machen die iShares-ETFs aus.

Hier interessant: Die institutionellen Anleger zahlen relativ gesehen weniger Gebühren, denn die Gebühren teilen sich etwa zu je einem Drittel auf die drei Segmente auf.

Anlagestil

Neben den 31% iShares-ETFs werden 35% der Kundengelder in Indexprodukte angelegt und 26% in aktiv gemanagte Fonds. 8% stecken außerdem in Cash.

Aus Erlössicht dominieren die aktiven Fonds, die knapp die Hälfte der vereinnahmten Gebühren ausmachen. Die Index-Sparte kommt nur auf 8%, die iShares ETFs auf 38%.

Das zeigt: Kundengelder in aktiv gemanagte Fonds zu investieren und eigene ETFs aufzulegen lohnt sich. Kundengelder selbst in Indexfonds zu investieren ist wenig rentabel.

Anlageklasse

51% landen in Aktien, 30% in Anleihen, 8% in Multi-Asset Investments, 3% in alternativen Anlagen und die erwähnten 8% in Cash. Die Gebühren entsprechen dem in etwa.

Region

Entsprechend der Marktkapitalisierung der Welt wird auch bei BlackRock investiert: 65% in den USA, 28% in Europa und 7% in Asien-Pazifik.

Deep Dive: Mechanismen des Geschäftsmodells

Welche wesentlichen Faktoren müssen wir bei BlackRock verstehen?

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Tags: BlackRock | Aktien: BlackRock

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar, sondern spiegeln nur meine persönliche Meinung wider. Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Vor jeder Investition solltest du selbst Chancen und Risiken prüfen.

Für deinen Wissensaufbau: Alle Know How Beiträge | Videokurs | Anlagestrategie in 20 Punkten

Ich bin Jannes, Jahrgang 1993 und Gründer von StrategyInvest. Seit 2011 investiere ich an der Börse. Damals habe ich mein VWL-Studium mit Finanzschwerpunkt erfolgreich absolviert und bin nun seit mehreren Jahren in der Digital- und Techbranche aktiv, aktuell als Product & Strategy Lead. Ich kenne daher Investieren, Technologie und Unternehmertum aus wissenschaftlicher Sicht, aber auch aus der Praxis. Die Erkenntnisse daraus teile ich hier.

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Auszug aus dem Manifest:

Regel #15: Wir bleiben Realisten.

Wenn's schlecht läuft, dürfen wir optimistisch sein. Und wenn es gut läuft, sollten wir demütig sein. Die Börse ist ein Auf und Ab und wird es bleiben. Niemand wird dauerhaft überragen und Wunderrenditen erzielen, einige Trends werden bleiben, andere vergehen. Wir bleiben auf dem Boden und realistisch in unserer Erwartungshaltung.

zum kompletten StrategyInvest Manifest »

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